Hier & Jetzt - Achtsamkeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen
Gestern ist vorbei. Morgen ist noch nicht da. Und irgendwo dazwischen vergessen wir manchmal, den Augenblick zu geniessen.
Wann warst du das letzte Mal wirklich im Hier und Jetzt? Nicht mit den Gedanken bei der nächsten Aufgabe. Nicht beim vergangenen Gespräch. Nicht bei der Einkaufsliste oder dem, was morgen alles ansteht. Sondern einfach da. Ganz bei dem, was du gerade tust. Klingt einfach, oder?
Ist es aber manchmal gar nicht.
Unser Kopf ist ständig unterwegs
Wir leben in einer Welt voller Ablenkungen. Nachrichten, Termine, Verpflichtungen, Erwartungen. Kaum ist etwas erledigt, wartet schon das Nächste. Und selbst wenn wir einmal Zeit für uns haben, läuft das Gedankenkarussell munter weiter. Dabei verpassen wir manchmal das, was gerade vor unserer Nase passiert.
Den Wind auf der Haut. Das Rascheln der Blätter. Ein Lächeln. Einen schönen Moment.
Achtsamkeit bedeutet im Grunde nichts anderes, als den gegenwärtigen Augenblick bewusst wahrzunehmen – möglichst ohne ihn sofort zu bewerten. Und dafür braucht es nicht unbedingt ein Meditationskissen. Manchmal genügt ein Bogen.
Ein Pfeil. Ein Moment.
Stell dir vor, du stehst mit einem Bogen in der Hand. Du spürst den Boden unter deinen Füssen. Nimmst den Bogen wahr. Legst einen Pfeil auf die Sehne. Du richtest dich aus. Langsam spannst du den Bogen. Dein Blick geht zum Ziel. Du spürst die Spannung in deinen Fingern, in deinen Armen, in deinem Körper. Und dann lässt du los. Der Pfeil fliegt.
Für einen kurzen Moment warst du vielleicht ganz bei dieser einen Bewegung. Keine Einkaufsliste. Keine Termine. Keine Gedanken an gestern oder morgen. Nur du, der Bogen und der Augenblick.
Willkommen im Hier und Jetzt.
Intuition – wenn du weniger denkst und mehr spürst
Beim intuitiven Bogenschiessen verzichten wir auf technische Zielhilfen. Stattdessen entwickeln wir mit Übung ein Gefühl für den Bogen, die Bewegung und das Ziel. Ähnlich wie beim Werfen eines Balls. Du berechnest nicht bewusst jeden Winkel und jede Bewegung. Du schaust, spürst, bewegst dich und lässt los. Natürlich braucht es Übung. Und nicht jeder Pfeil trifft sofort. Aber mit der Zeit können die Bewegungen vertrauter und fliessender werden. Du beginnst, deinem Körpergefühl mehr Raum zu geben. Nicht, weil Denken schlecht wäre. Sondern weil wir manchmal so sehr mit Nachdenken beschäftigt sind, dass wir das unmittelbare Erleben vergessen.
Achtsamkeit heisst nicht, immer ruhig zu sein
Ein weitverbreitetes Missverständnis ist, dass Achtsamkeit immer mit Stille, Entspannung und völliger Gelassenheit verbunden sein muss. Dabei kannst du auch mitten im Spiel achtsam sein.
Wenn du gespannt auf deinen nächsten Pfeil wartest. Wenn du dich über einen Treffer freust. Wenn du daneben schiesst und darüber lachen musst. Auch Begeisterung, Aufregung und Freude gehören zum gegenwärtigen Moment. Du musst nicht ständig ruhig und ausgeglichen sein.
Du darfst lebendig sein.
Achtsamkeit bedeutet nicht, weniger zu erleben. Sondern bewusster zu erleben.
Treffen ist schön. Wahrnehmen ist spannender.
Natürlich macht es Freude, wenn der Pfeil mitten ins Goldene fliegt. Aber was passiert, wenn du nicht triffst? Ärgerst du dich? Musst du lachen? Willst du sofort nochmals schiessen? All das sind interessante kleine Beobachtungen.
Beim Bogenschiessen kannst du wahrnehmen, wie du mit Erfolg, Überraschung und kleinen Misserfolgen umgehst. Ohne daraus gleich eine grosse Lebenslektion machen zu müssen.
Vielleicht stellst du einfach fest, dass du heute ungeduldig bist. Oder dass du viel mehr Spass hast, wenn du das Treffen nicht so ernst nimmst. Auch das ist Achtsamkeit.
Loslassen gehört dazu
Es gibt beim Bogenschiessen einen ganz besonderen Augenblick. Den Moment, in dem die Finger die Sehne freigeben. Bis dahin kannst du dich ausrichten, vorbereiten und konzentrieren. Doch sobald der Pfeil unterwegs ist, kannst du nichts mehr verändern. Du kannst nur noch zuschauen.
Das erinnert ein wenig an das Leben.
Wir können vieles vorbereiten, Entscheidungen treffen und unser Bestes geben. Aber nicht alles kontrollieren. Manchmal dürfen wir einfach loslassen und schauen, was passiert. Und manchmal entsteht gerade daraus etwas Unerwartetes.
Das Leben findet nicht irgendwann statt
Vielleicht warten wir manchmal zu sehr auf den richtigen Moment. Auf die nächsten Ferien. Auf das Wochenende. Auf den Tag, an dem endlich alles erledigt ist. Doch das Leben passiert währenddessen. Hier. Jetzt.
Beim Lachen mit Freunden. Beim Spaziergang im Wald. Beim ersten Kaffee am Morgen.
Oder eben beim Spannen eines Bogens.
Intuitives Bogenschiessen ist für mich eine wunderbare Möglichkeit, genau solche Augenblicke bewusst zu erleben. Ohne Leistungsdruck. Ohne Perfektion. Ohne den Anspruch, etwas Besonderes erreichen zu müssen. Einfach ausprobieren, erleben, lachen und geniessen.
Denn der schönste Treffer ist manchmal nicht der Pfeil im Goldenen. Sondern der Moment, in dem du ganz bei dir bist.
Bogenkraft – Triff das Leben!




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