top of page

Dein Leben. Deine Regeln?

Autorenbild: Mark Ehrsam
Mark Ehrsam
31. Okt.
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Warum Selbstführung weniger mit Disziplin zu tun hat, als wir denken – und mehr mit dem Mut, sich selbst treu zu bleiben.


Mal ehrlich: Wie oft tust du etwas, weil du es wirklich möchtest? Und wie oft, weil du glaubst, es tun zu müssen? Wir erfüllen Erwartungen, übernehmen Verantwortung, halten Termine ein und versuchen, möglichst allem und allen gerecht zu werden. Wir sind zuverlässig, hilfsbereit, vernünftig. Eigentlich alles wunderbare Eigenschaften. Doch manchmal bleibt dabei jemand auf der Strecke. Wir selbst.


Irgendwann stellt sich vielleicht eine Frage, die wir uns viel zu selten erlauben: Ist das eigentlich noch das Leben, das ich führen möchte?


Wer bestimmt, was richtig für dich ist?


Schon früh lernen wir, was von uns erwartet wird. Sei fleissig. Sei vernünftig. Streng dich an. Mach etwas aus deinem Leben. Und bitte keine Fehler! Später kommen weitere Erwartungen dazu. Beruf, Familie, Verpflichtungen, gesellschaftliche Vorstellungen. Wir orientieren uns an dem, was als erfolgreich, richtig oder erstrebenswert gilt. Und vieles davon ist durchaus sinnvoll. Doch irgendwann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.


Welche dieser Vorstellungen passen wirklich zu mir? Welche habe ich übernommen, ohne sie jemals zu hinterfragen? Und was würde ich vielleicht ganz anders machen, wenn ich mich nicht ständig fragen würde, was andere davon halten? Genau hier beginnt für mich Selbstführung.


Selbstführung ist keine Selbstoptimierung


Der Begriff klingt zunächst ziemlich geschäftsmässig. Ziele definieren. Prioritäten setzen. Disziplin zeigen. Leistung steigern. Alles schön und gut. Aber müssen wir uns wirklich ständig verbessern?

Noch effizienter arbeiten? Noch gesünder leben? Noch erfolgreicher werden? Vielleicht ist Selbstführung manchmal genau das Gegenteil. Nämlich zu erkennen, wann es genug ist. Wann eine Pause wichtiger ist als die nächste Aufgabe. Wann ein Nein ehrlicher ist als ein Ja. Oder wann wir etwas Neues ausprobieren möchten, obwohl es auf den ersten Blick keinen vernünftigen Grund dafür gibt. Selbstführung bedeutet nicht, mehr aus sich herauszuholen. Sondern bewusster mit sich selbst umzugehen. Und dazu gehört auch, die eigenen Grenzen zu kennen.


Die Kunst, Nein zu sagen


Ein kleines Wort. Vier Buchstaben. Und manchmal unglaublich schwierig auszusprechen.

Nein. Wir möchten niemanden enttäuschen. Keine Gelegenheit verpassen. Nicht egoistisch wirken.

Also sagen wir Ja. Ja zu zusätzlichen Aufgaben. Ja zu Verpflichtungen. Ja zu Dingen, auf die wir eigentlich überhaupt keine Lust haben. Und wundern uns später, warum uns die Zeit für das fehlt, was uns wirklich wichtig ist.


Dabei ist ein Nein nicht automatisch eine Ablehnung anderer Menschen. Manchmal ist es einfach ein Ja zu uns selbst. Zu unserer Zeit. Unserer Energie. Unseren Bedürfnissen. Natürlich können wir nicht immer nur tun, worauf wir gerade Lust haben. Selbstführung bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen und Verpflichtungen einzuhalten. Aber wir dürfen bewusster entscheiden, wofür wir unsere Energie einsetzen. Denn unsere Zeit ist nicht unbegrenzt.


Du darfst deine Meinung ändern


Vielleicht hast du jahrelang ein bestimmtes Ziel verfolgt. Einen Beruf ausgeübt, eine Rolle übernommen oder einen Weg eingeschlagen, der sich einmal richtig angefühlt hat. Und plötzlich merkst du: Irgendetwas passt nicht mehr. Das bedeutet nicht, dass die vergangenen Jahre falsch waren. Vielleicht haben sie dich genau dorthin gebracht, wo du heute stehst.


Menschen verändern sich. Interessen entwickeln sich weiter. Was uns früher wichtig war, muss es nicht für immer bleiben. Selbstführung bedeutet deshalb auch, sich selbst die Erlaubnis zu geben, neue Entscheidungen zu treffen. Nicht aus einer Laune heraus. Sondern weil wir uns weiterentwickelt haben. Du darfst einen neuen Weg wählen, ohne deinen bisherigen Weg schlechtzumachen.


Und was hat das mit einem Bogen zu tun?


Eine ganze Menge.


Stell dir vor, du hältst zum ersten Mal einen Bogen in der Hand. Vielleicht möchtest du sofort ins Schwarze treffen. Vielleicht vergleichst du dich mit anderen. Vielleicht denkst du, dass du dich besonders geschickt anstellen musst. Doch eigentlich erwartet niemand, dass du beim ersten Versuch perfekt schiesst. Du darfst ausprobieren. Du darfst daneben treffen. Du darfst lachen, wenn der Pfeil ganz woanders landet als geplant. Und du darfst deinen eigenen Rhythmus finden.


Beim intuitiven Bogenschiessen geht es nicht darum, besser zu sein als jemand anderes.

Es geht darum, deine eigene Erfahrung zu machen. Du entscheidest, wie du dich auf die Aufgabe einlässt. Du beobachtest, was funktioniert. Du veränderst etwas und versuchst es erneut.

Mit jedem Pfeil lernst du ein bisschen dazu. Nicht nur über das Bogenschiessen. Vielleicht auch über deinen Umgang mit Erwartungen, Geduld und Herausforderungen.


Nicht jeder Pfeil braucht ein Ziel fürs Leben


Wir sind es gewohnt, möglichst allem einen Zweck zu geben. Wir treiben Sport, um fit zu bleiben. Wir lesen, um etwas zu lernen. Wir besuchen Kurse, um uns weiterzubilden. Sogar unsere Freizeit soll möglichst sinnvoll genutzt werden. Aber was ist eigentlich mit dem puren Vergnügen?


Mit Dingen, die wir einfach deshalb tun, weil sie Spass machen? Weil sie uns zum Lachen bringen. Weil wir dabei die Zeit vergessen. Weil wir uns lebendig fühlen. Auch das ist Selbstführung.

Sich bewusst für Freude zu entscheiden. Nicht als Belohnung nach getaner Arbeit. Sondern als Teil des Lebens. Vielleicht müssen wir gar nicht immer etwas erreichen. Vielleicht dürfen wir manchmal einfach etwas erleben.


Wer möchtest du sein?


Eine grosse Frage. Und vielleicht eine, auf die es keine endgültige Antwort gibt.


Denn Selbstführung ist kein Zustand, den wir irgendwann erreichen und dann für immer besitzen.

Sie zeigt sich in vielen kleinen Entscheidungen. Darin, wie wir mit unserer Zeit umgehen. Welche Menschen wir um uns haben. Wofür wir uns einsetzen. Was wir ausprobieren. Und was wir auch einmal bleiben lassen. Nicht jede Entscheidung wird richtig sein. Nicht jeder Weg führt dorthin, wo wir es erwartet haben. Aber wir dürfen Erfahrungen sammeln, dazulernen und unseren Kurs verändern. Vielleicht ist das sogar die schönste Form von Freiheit. Nicht alles tun zu können.

Sondern immer wieder bewusst zu entscheiden, was uns wirklich wichtig ist.


Das Leben wartet nicht auf den perfekten Moment


Vielleicht gibt es etwas, das du schon lange einmal ausprobieren möchtest. Etwas, das dich neugierig macht. Etwas, bei dem du denkst: Das wäre eigentlich noch cool! Aber dann kommen die üblichen Einwände. Keine Zeit. Zu alt. Zu ungewohnt. Vielleicht später. Und irgendwann wird aus später ein irgendwann. Dabei muss nicht jede neue Erfahrung gleich dein ganzes Leben verändern.

Manchmal genügt ein kleiner Schritt. Eine neue Begegnung. Ein Nachmittag in der Natur. Ein Erlebnis, bei dem du über dich selbst lachen kannst.


Oder eben ein Bogen in deiner Hand und ein Pfeil, der darauf wartet, abgeschossen zu werden.

Du musst nicht wissen, wo dich jede Erfahrung hinführt. Manchmal reicht es, neugierig zu sein.

Und vielleicht beginnt Selbstführung genau dort: Wo du aufhörst, nur Erwartungen zu erfüllen, und wieder mehr Raum für das schaffst, was dein Leben lebenswert macht.


Bogenimpuls


Du musst nicht jeden Weg gehen,

nur weil er vor dir liegt.

Du darfst deinen eigenen wählen.


Bogenkraft – Triff das Leben!

 
 
 

Kommentare


bottom of page